Krafttraining, Ausdauersport oder beides? Diese Trainingsform schützt Ihre Gefäße am besten

⏱️ 12 Min. Lesezeit 📅 2025 📖 Frontiers in public health 👨‍🔬 Shaw I, Mathunjwa M, Black J, Khanmohammadi R, Muluvhu T et al. ⭐ Sehr hohe Evidenz
📋 Studien-Steckbrief Systematic Review
800
Teilnehmer
8-24 Wochen
Dauer
2025
Jahr
A
Evidenz
🇬🇧 UK
🎯 PICO-Analyse
P
Population
Erwachsene ab 60 Jahren
I
Intervention
Krafttraining, Ausdauertraining oder kombiniertes Training (≥8 Wochen)
C
Vergleich
Verschiedene Trainingsmodalitäten untereinander und mit Kontrollgruppen
O
Ergebnis
Arterielle Steifigkeit gemessen mittels Pulswellengeschwindigkeit (PWV)
📰 Journal Frontiers in public health
👨‍🔬 Autoren Shaw I, Mathunjwa M, Black J, Khanmohammadi R, Muluvhu T et al.
💡 Ergebnis Kombiniertes Kraft- und Ausdauertraining ist am effektivsten zur Reduktion arterieller Steifigkeit bei Senioren
🔬 Systematic Review

Krafttraining, Ausdauersport oder beides? Diese Trainingsform schützt Ihre Gefäße am besten

Frontiers in public health (2025)

Wussten Sie, dass sich Ihre Arterien mit zunehmendem Alter versteifen und dadurch das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall erheblich steigt? Diese sogenannte arterielle Steifigkeit betrifft nahezu jeden Menschen ab dem 60. Lebensjahr und gilt als einer der stärksten Vorhersagefaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen. Während Medikamente helfen können, zeigt eine neue umfassende Analyse von 16 hochwertigen Studien einen überraschenden Befund: Die Kombination aus Kraft- und Ausdauertraining übertrifft beide Trainingsformen einzeln deutlich, wenn es darum geht, die Gefäßgesundheit zu verbessern.

Hintergrund und Kontext

Die arterielle Steifigkeit entwickelt sich schleichend über Jahre hinweg und wird oft erst bemerkt, wenn bereits gesundheitliche Probleme auftreten. Gesunde, elastische Arterien können sich bei jedem Herzschlag ausdehnen und wieder zusammenziehen – eine Eigenschaft, die als Compliance bezeichnet wird. Diese Flexibilität ermöglicht es den Gefäßen, den Blutfluss gleichmäßig zu regulieren und den Blutdruck stabil zu halten. Mit zunehmendem Alter verlieren die Arterienwände jedoch ihre Elastizität, hauptsächlich durch strukturelle Veränderungen in den Gefäßwänden, bei denen elastische Fasern durch steifere Kollagenfasern ersetzt werden.

Dieser Prozess hat weitreichende Folgen für das Herz-Kreislauf-System. Steife Arterien können den Pulsschlag nicht mehr effektiv abfedern, wodurch der systolische Blutdruck (der obere Wert) ansteigt, während der diastolische Druck (der untere Wert) sinkt. Diese Veränderung belastet das Herz zusätzlich, da es gegen einen höheren Widerstand pumpen muss. Gleichzeitig verschlechtert sich die Durchblutung der Organe, insbesondere des Gehirns und der Nieren, was langfristig zu kognitiven Beeinträchtigungen und Nierenschäden führen kann.

Die Forschung der letzten Jahre hat gezeigt, dass körperliche Aktivität einen positiven Einfluss auf die Gefäßgesundheit haben kann. Verschiedene Studien haben jedoch unterschiedliche Ergebnisse für verschiedene Trainingsformen geliefert. Während Ausdauertraining traditionell als das “Herz-Kreislauf-Training” schlechthin gilt, haben neuere Untersuchungen auch positive Effekte von Krafttraining auf die Herzgesundheit aufgezeigt. Die Frage, welche Trainingsform am effektivsten ist oder ob eine Kombination verschiedener Ansätze optimal wäre, blieb jedoch lange Zeit ungeklärt. Diese Unsicherheit machte es für Mediziner, Trainer und Betroffene schwierig, evidenzbasierte Empfehlungen für das Training älterer Erwachsener zu geben.

Die Studie im Detail

Die vorliegende systematische Übersichtsarbeit, die in der renommierten Fachzeitschrift “Frontiers in Public Health” veröffentlicht wurde, untersuchte gezielt die Auswirkungen verschiedener Trainingsformen auf die arterielle Steifigkeit bei Menschen ab 60 Jahren. Das Forschungsteam führte eine umfassende Literatursuche in den wichtigsten medizinischen Datenbanken durch, darunter Medline, EMBASE, die Cochrane Database of Systematic Reviews und clinicaltrials.gov. Um sicherzustellen, dass keine relevanten Studien übersehen wurden, durchsuchten die Wissenschaftler auch die Literaturverzeichnisse bereits identifizierter Studien und führten sowohl vorwärts- als auch rückwärtsgerichtete Zitationssuchen durch.

Die Einschlusskriterien waren streng definiert: Es wurden ausschließlich randomisierte kontrollierte Studien berücksichtigt, die als Goldstandard in der klinischen Forschung gelten. Alle Studienteilnehmer mussten mindestens 60 Jahre alt sein, und die Trainingsinterventionen mussten mindestens acht Wochen dauern, um chronische Anpassungen zu erfassen. Die arterielle Steifigkeit wurde in allen Studien mittels Pulswellengeschwindigkeit (PWV) gemessen – einem etablierten und präzisen Verfahren, bei dem die Geschwindigkeit gemessen wird, mit der sich die Pulswelle durch die Arterien bewegt. Je steifer die Gefäße sind, desto schneller breitet sich die Pulswelle aus.

Nach der systematischen Auswertung erfüllten 16 hochwertige Studien die strengen Einschlusskriterien. Diese Studien umfassten insgesamt mehrere hundert Teilnehmer und verglichen drei verschiedene Trainingsansätze: reines Krafttraining (RT), reines Ausdauertraining (AER) und kombiniertes Training aus beiden Formen (CON). Die methodische Qualität jeder einzelnen Studie wurde mittels der PEDro-Skala bewertet, einem standardisierten Bewertungssystem für die Qualität von Interventionsstudien.

Die Ergebnisse waren bemerkenswert eindeutig: Krafttraining allein zeigte praktisch keine Auswirkungen auf die arterielle Steifigkeit, mit einer mittleren Veränderung von nur 0,06 m/s in der Pulswellengeschwindigkeit. Ausdauertraining hingegen führte zu einer moderaten, aber messbaren Verbesserung von -0,62 m/s – ein Rückgang der PWV bedeutet eine Verringerung der arteriellen Steifigkeit und damit eine Verbesserung der Gefäßgesundheit. Am beeindruckendsten waren jedoch die Ergebnisse des kombinierten Trainings: Hier zeigte sich durchweg eine deutliche Reduktion der arteriellen Steifigkeit um -0,85 m/s, unabhängig von der spezifischen Zusammensetzung der Studienteilnehmer oder den genauen Trainingsmodalitäten.

So wurde die Studie durchgeführt

Eine systematische Übersichtsarbeit, wie sie hier vorliegt, unterscheidet sich grundlegend von einer einzelnen experimentellen Studie. Statt neue Daten zu erheben, sammeln und analysieren die Forscher alle verfügbaren hochwertigen Studien zu einer bestimmten Fragestellung. Dieser Ansatz bietet den entscheidenden Vorteil, dass die Ergebnisse auf einer viel breiteren Datenbasis beruhen als eine einzelne Studie sie liefern könnte. Dadurch werden zufällige Schwankungen oder studienspezifische Besonderheiten ausgeglichen, und es entsteht ein zuverlässigeres Gesamtbild der wissenschaftlichen Evidenz.

Der Prozess begann mit der Entwicklung einer detaillierten Suchstrategie, die darauf ausgelegt war, alle relevanten Studien zu identifizieren. Die Forscher verwendeten spezifische Suchbegriffe und Kombinationen, die sowohl die Zielgruppe (ältere Erwachsene), die Intervention (verschiedene Trainingsformen) als auch das Outcome (arterielle Steifigkeit) abdeckten. Diese umfassende Herangehensweise sollte das Risiko von Selektions- und Publikationsverzerrungen minimieren – ein häufiges Problem in der wissenschaftlichen Literatur, bei dem positive Ergebnisse eher veröffentlicht werden als negative oder neutrale Befunde.

Nach der initialen Suche, die hunderte von potenziell relevanten Publikationen identifizierte, folgte ein mehrstufiger Auswahlprozess. Zunächst wurden die Titel und Abstracts aller gefundenen Artikel von mindestens zwei unabhängigen Forschern gescreent. Studien, die eindeutig nicht den Einschlusskriterien entsprachen, wurden ausgeschlossen. Bei den verbleibenden Arbeiten wurde der Volltext detailliert geprüft. Nur Studien, die alle vordefinierten Kriterien erfüllten, wurden in die finale Analyse einbezogen.

Die Qualitätsbewertung mittels PEDro-Skala ist ein entscheidender Schritt, der oft übersehen wird, wenn Laien Studienergebnisse interpretieren. Diese Skala bewertet verschiedene Aspekte der Studienqualität, darunter die Randomisierung der Teilnehmer, die Verblindung von Teilnehmern und Untersuchern, die Vollständigkeit der Follow-up-Daten und die statistische Auswertung. Eine hohe PEDro-Bewertung deutet darauf hin, dass die Studie methodisch robust durchgeführt wurde und ihre Ergebnisse vertrauenswürdig sind.

Stärken der Studie

Diese systematische Übersichtsarbeit weist mehrere bedeutsame methodische Stärken auf, die das Vertrauen in ihre Ergebnisse erheblich stärken. Zunächst ist die umfassende und systematische Suchstrategie hervorzuheben, die über die Standard-Datenbanksuche hinausging. Durch die zusätzliche Handsuche in bereits identifizierten systematischen Übersichtsarbeiten und die vorwärts- und rückwärtsgerichtete Zitationsanalyse reduzierten die Forscher das Risiko erheblich, relevante Studien zu übersehen – ein häufiges Problem in der systematischen Literaturrecherche.

Die Beschränkung auf randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) stellt eine weitere wichtige Stärke dar. RCTs gelten als Goldstandard der klinischen Forschung, da sie durch ihre Studienarchitektur systematische Verzerrungen minimieren und kausale Zusammenhänge zwischen Intervention und Outcome etablieren können. Diese methodische Strenge ist besonders wichtig bei der Bewertung von Trainingsinterventionen, da viele Faktoren die Gefäßgesundheit beeinflussen können.

Die Verwendung der Pulswellengeschwindigkeit als standardisiertes Outcome-Maß ist ebenfalls bemerkenswert. PWV ist ein objektives, gut validiertes und reproduzierbares Messverfahren für arterielle Steifigkeit, das internationale Anerkennung als Surrogat-Parameter für kardiovaskuläre Risiken genießt. Die Tatsache, dass alle eingeschlossenen Studien dasselbe Messverfahren verwendeten, ermöglichte es den Forschern, die Ergebnisse direkt zu vergleichen und aussagekräftige Schlussfolgerungen zu ziehen.

Einschränkungen und Grenzen

Trotz der methodischen Stärken weist auch diese Studie einige Limitationen auf, die bei der Interpretation der Ergebnisse berücksichtigt werden müssen. Eine grundlegende Einschränkung systematischer Übersichtsarbeiten liegt darin, dass sie nur so gut sein können wie die Studien, auf denen sie basieren. Obwohl die Forscher hohe Qualitätsstandards anlegten, variierte die methodische Qualität der einzelnen eingeschlossenen Studien dennoch beträchtlich. Einige Studien wiesen kleinere Stichprobengrößen auf, andere hatten relativ kurze Interventionsdauern oder unvollständige Follow-up-Daten.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Heterogenität der Trainingsinterventionen. Während die Forscher die verschiedenen Ansätze in drei Hauptkategorien unterteilten, unterschieden sich die spezifischen Trainingsprotokolle zwischen den Studien erheblich. Krafttrainingsstudien variierten in Bezug auf Intensität, Wiederholungszahl, Pausenzeiten und verwendete Übungen. Ähnlich unterschieden sich Ausdauertrainingsprotokolle in Intensität, Dauer und Trainingsform. Diese Variabilität macht es schwierig, spezifische Empfehlungen für optimale Trainingsprotokolle abzuleiten.

Die Dauer der meisten eingeschlossenen Studien von acht bis 24 Wochen ist eine weitere Limitation. Während dieser Zeitraum ausreicht, um akute Trainingsanpassungen zu erfassen, bleiben Fragen zu langfristigen Effekten und der Nachhaltigkeit der beobachteten Verbesserungen offen. Es ist unklar, ob die positiven Effekte auf die arterielle Steifigkeit über Monate oder Jahre hinweg aufrechterhalten werden können, oder ob regelmäßige Trainingsanpassungen erforderlich sind.

Darüber hinaus konzentrierte sich die Analyse ausschließlich auf Menschen ab 60 Jahren. Während dies die ursprüngliche Forschungsfrage klar beantwortet, limitiert es die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf jüngere Erwachsene. Die Mechanismen der arteriellen Alterung und die Ansprechbarkeit auf Trainingsinterventionen können sich zwischen verschiedenen Altersgruppen unterscheiden, was separate Analysen für jüngere Populationen erforderlich macht.

Was bedeutet das für Sie?

Die Ergebnisse dieser umfassenden Analyse haben wichtige praktische Implikationen für Menschen ab 60 Jahren, die ihre Gefäßgesundheit aktiv verbessern möchten. Der deutliche Vorteil des kombinierten Trainings legt nahe, dass eine ausgewogene Herangehensweise, die sowohl Kraft- als auch Ausdauerelemente integriert, optimal für die Gefäßgesundheit sein könnte. Dies bedeutet nicht, dass Sie komplexe Trainingsprogramme absolvieren müssen – bereits moderate Aktivitäten können wirksam sein.

Für die praktische Umsetzung könnte dies bedeuten, dass Sie Ihre Woche so gestalten, dass sie sowohl Krafttraining als auch Ausdaueraktivitäten umfasst. Krafttraining muss dabei nicht unbedingt schweres Gewichtheben im Fitnessstudio bedeuten. Auch Übungen mit dem eigenen Körpergewicht, Widerstandsbändern oder alltäglichen Gegenständen können effektiv sein. Ausdaueraktivitäten können ebenso vielfältig gestaltet werden: Zügiges Spazierengehen, Schwimmen, Radfahren oder Tanzen sind alle geeignete Optionen.

Ein wichtiger Aspekt ist die Regelmäßigkeit des Trainings. Die analysierten Studien zeigten durchweg, dass die positiven Effekte nur bei konsequenter Teilnahme an den Trainingsprogrammen auftraten. Dies unterstreicht die Bedeutung, Aktivitäten zu wählen, die Ihnen Freude bereiten und die Sie langfristig aufrechterhalten können. Ein perfektes Trainingsprogramm, das Sie nach wenigen Wochen aufgeben, ist weniger wertvoll als ein moderates Programm, das Sie über Monate und Jahre fortführen.

Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass diese Erkenntnisse keinen medizinischen Ratschlag ersetzen. Bevor Sie ein neues Trainingsprogramm beginnen, insbesondere wenn Sie bereits gesundheitliche Probleme haben oder lange Zeit inaktiv waren, sollten Sie dies mit Ihrem Arzt besprechen. Bestimmte Herzerkrankungen oder andere Gesundheitszustände können spezielle Vorsichtsmaßnahmen oder angepasste Trainingsprotokolle erforderlich machen.

Wissenschaftlicher Ausblick

Die Ergebnisse dieser systematischen Übersichtsarbeit werfen interessante Fragen für zukünftige Forschungsarbeiten auf. Eine zentrale Frage betrifft die optimale Dosierung und Zusammensetzung des kombinierten Trainings. Welches Verhältnis zwischen Kraft- und Ausdauertraining ist ideal? Sollten beide Trainingsformen in derselben Trainingseinheit kombiniert oder an separaten Tagen durchgeführt werden? Diese praktischen Fragen sind entscheidend für die Entwicklung evidenzbasierter Trainingsleitlinien.

Ein weiterer wichtiger Forschungsbereich betrifft die zugrundeliegenden biologischen Mechanismen. Warum ist kombiniertes Training effektiver als die einzelnen Komponenten? Mögliche Erklärungen könnten in den unterschiedlichen physiologischen Anpassungen liegen, die durch Kraft- und Ausdauertraining ausgelöst werden. Während Ausdauertraining primär die endotheliale Funktion und die Gefäßreaktivität verbessert, könnte Krafttraining andere Aspekte der vaskulären Gesundheit beeinflussen, etwa die Gefäßwandstruktur oder die Regulation des Blutdrucks.

Langzeitstudien mit Follow-up-Perioden von mehreren Jahren sind dringend erforderlich, um die Nachhaltigkeit der beobachteten Verbesserungen zu bewerten. Gleichzeitig wäre es wertvoll zu verstehen, ob die positiven Effekte auch bei Menschen mit bereits bestehenden kardiovaskulären Erkrankungen auftreten oder primär präventiven Charakter haben.

Fazit

Diese systematische Übersichtsarbeit liefert überzeugende Evidenz dafür, dass kombiniertes Kraft- und Ausdauertraining die wirksamste nicht-medikamentöse Strategie zur Verbesserung der arteriellen Steifigkeit bei Menschen ab 60 Jahren darstellt. Mit einer durchschnittlichen Reduktion der Pulswellengeschwindigkeit um 0,85 m/s übertraf die Kombination beider Trainingsformen sowohl reines Ausdauertraining als auch reines Krafttraining deutlich. Diese Befunde basieren auf der Analyse von 16 hochwertigen randomisierten kontrollierten Studien und stellen damit eine robuste wissenschaftliche Evidenz dar. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung eines ausgewogenen Trainingsansatzes für die Gefäßgesundheit im Alter und können als Grundlage für evidenzbasierte Empfehlungen in der Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen dienen.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, bis sich Verbesserungen der Gefäßsteifigkeit zeigen?

Die analysierten Studien zeigten bereits nach acht bis zwölf Wochen regelmäßigen Trainings messbare Verbesserungen der arteriellen Steifigkeit. Die meisten signifikanten Veränderungen traten jedoch nach 12-16 Wochen kontinuierlichen Trainings auf. Dies bedeutet, dass Sie nicht monatelang warten müssen, um erste positive Effekte zu spüren. Wichtig ist jedoch die Regelmäßigkeit – sporadisches Training zeigt deutlich geringere Effekte. Die Gefäßadaptationen sind ein gradueller Prozess, bei dem sich die Arterienwände langsam an die erhöhten Anforderungen anpassen und ihre Elastizität verbessern.

Ist kombiniertes Training auch für Menschen mit Gelenkproblemen geeignet?

Kombiniertes Training kann auch bei Gelenkproblemen durchgeführt werden, erfordert jedoch eine sorgfältige Anpassung der Übungen. Krafttraining kann beispielsweise im Sitzen durchgeführt werden oder isometrische Übungen umfassen, die die Gelenke nicht belasten. Für das Ausdauertraining eignen sich gelenkschonende Aktivitäten wie Schwimmen, Radfahren oder Training auf dem Ellipsentrainer besonders gut. Wassergymnastik kombiniert sogar beide Trainingsformen in einem gelenkfreundlichen Medium. Entscheidend ist, dass Sie Aktivitäten wählen, die Ihren körperlichen Möglichkeiten entsprechen und keine Schmerzen verursachen.

Welche Rolle spielt die Intensität des Trainings?

Die Studien in dieser Analyse verwendeten überwiegend moderate Trainingsintensitäten, was darauf hindeutet, dass Sie nicht bis zur völligen Erschöpfung trainieren müssen, um von den gefäßschützenden Effekten zu profitieren. Beim Ausdauertraining entspricht moderate Intensität etwa 60-70% der maximalen Herzfrequenz – Sie sollten sich noch unterhalten können, aber dennoch eine leichte Anstrengung spüren. Beim Krafttraining bedeutet moderate Intensität, dass Sie die letzten zwei bis drei Wiederholungen als anstrengend empfinden, aber die Bewegung noch kontrolliert ausführen können. Wichtiger als hohe Intensität ist die Regelmäßigkeit des Trainings.

Kann ich die positiven Effekte auch erreichen, wenn ich erst spät mit dem Training beginne?

Die gute Nachricht ist: Es ist nie zu spät, mit dem Training zu beginnen! Die analysierten Studien schlossen Menschen ein, die teilweise erst im höheren Alter mit regelmäßiger körperlicher Aktivität begannen. Die Gefäße behalten auch im fortgeschrittenen Alter eine bemerkenswerte Anpassungsfähigkeit. Selbst Menschen über 70 oder 80 Jahre zeigten in den Studien signifikante Verbesserungen ihrer arteriellen Steifigkeit. Der Schlüssel liegt darin, langsam zu beginnen und die Trainingsbelastung schrittweise zu steigern. Ihr Körper benötigt Zeit, um sich an die neuen Anforderungen zu gewöhnen, aber die Anpassungen werden auch in höherem Alter auftreten.

Wie oft sollte ich pro Woche trainieren, um optimale Effekte zu erzielen?

Die meisten erfolgreichen Studien verwendeten Trainingsprogramme mit drei bis vier Trainingseinheiten pro Woche. Dabei ist es nicht erforderlich, täglich zu trainieren – Ihre Gefäße benötigen auch Erholungsphasen für die Anpassungsprozesse. Ein typisches Schema könnte beispielsweise Montag, Mittwoch und Freitag umfassen, wobei Sie an zwei Tagen kombiniertes Training und an einem Tag reines Ausdauertraining durchführen. Wichtiger als die exakte Anzahl der Trainingstage ist die Konstanz über Wochen und Monate hinweg. Zwei Trainingseinheiten pro Woche, die Sie über ein Jahr durchhalten, sind wertvoller als fünf Einheiten pro Woche, die Sie nach einem Monat aufgeben.

Quelle

Diese Zusammenfassung basiert auf: Arterial stiffness adaptations to chronic resistance and aerobic exercise: a systematic review of exercise modalities., veröffentlicht in Frontiers in public health (2025).

→ Originalstudie auf PubMed (PMID: 41626383)