Kohortenstudie
Was ist eine Kohortenstudie? Diese Beobachtungsstudie verfolgt Gruppen über Zeit. Unterschied zu RCT einfach erklärt.
Was ist eine Kohortenstudie?
Eine Kohortenstudie ist eine Beobachtungsstudie, die eine Gruppe von Menschen (Kohorte) über einen längeren Zeitraum verfolgt und untersucht, welche Faktoren mit bestimmten Gesundheitsergebnissen zusammenhängen.
Wie funktioniert eine Kohortenstudie?
- Eine Gruppe von Menschen wird ausgewählt
- Ihre Merkmale werden erfasst (z.B. Ernährung, Sport, Rauchen)
- Die Gruppe wird über Jahre/Jahrzehnte verfolgt
- Es wird ausgewertet, wer bestimmte Krankheiten entwickelt
Prospektiv vs. Retrospektiv
- Prospektiv: Vorwärts in der Zeit – Daten werden ab jetzt gesammelt
- Retrospektiv: Rückwärts schauend – vorhandene Daten werden ausgewertet
Berühmte Kohortenstudien
- Framingham Heart Study: Seit 1948, Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Nurses’ Health Study: Seit 1976, über 120.000 Krankenschwestern
- EPIC-Studie: Europäische Studie zu Ernährung und Krebs
Vorteile und Nachteile
Vorteile:
- Kann seltene Expositionen untersuchen
- Zeitlicher Zusammenhang erkennbar
- Für Interventionsstudien ethisch nicht machbare Fragen
Nachteile:
- Teuer und langwierig
- Keine Kausalität beweisbar (nur Assoziationen)
- Störfaktoren (Confounding)
Evidenzstufe
Kohortenstudien haben eine mittlere Evidenzstufe – höher als Querschnittsstudien, aber niedriger als RCTs.